Prof. Dr. Wolfgang Hasenpusch

Ludische Wissenschaft

Forschungsfelder der Wissenschaften bemühen den Ehrgeiz der Wissenschaftler, am Horizont ihrer Anstrengungen innovative Resultate oder wenigstens brauchbare Anwendungen zu sehen. Aber die Geschichte lehrt uns seit dem Altertum, dass wir über grundlegende Erkenntnisse durch spielerische Neugier gestolpert waren.

Der holländische Kunsthistoriker Johan Huizinga (1872-1945) untersuchte Spiele und den Prozess des Spielens als kreative Quelle in vielen Bereichen der Wissenschaften [1]. Er definierte „Spiel“ als freiwilligen Vorgang oder Beschäftigung, die mit Anspannung und Vergnügen verbunden sind. Daher sei das Spielen der Anfang aller Innovationen sowie der Beginn großer Kulturen.

Das bedeutet keineswegs, dass sich Spiel zu Kultur wandelt, aber dass Kultur in ihren Anfängen aus etwas Spielerischem erwächst. Beispielhafte Spiele, ausnahmslos ohne technischen Hintergrund, seien Tanz, Dichtung und abstrakte Kunst. 

Forschen in einer zweckfreien Haltung bezeichnet man „ludisch“, getreu dem lateinische „ludus“ für Spiel. Dafür hält die Vergangenheit zahlreiche Beispiele bereit, von denen einige zitiert seien.

Wir sprechen die Schülerinnen und Schüler direkt an, wie in einem Vortrag, um ihnen den aus Grund- oder Leistungskursen bekannten Lernstoff in Erinnerung zu rufen und dabei in den Kontext zur Medizin zu stellen. Unser Text kann als Handout verwendet werden.

Wie aus Spiel 

so manche Innovation wurde

 Illustrierte Entdeckung des Phosphors durch Hennig Brand, festgehalten von dem englischen Maler Joseph Wright of Derby (1734-1797).

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