Resiniferatoxin (RTX), das aus der Wolfsmilchpflanze Euphorbia resinifera isoliert wurde, gilt als die schärfste natürliche Substanz der Welt. Es ist um das Tausendfache schärfer als Capsaicin (CPS) aus Chilischoten. Obwohl beide Stoffe den TRPV1-Rezeptor (Transient Receptor Potential Vanilloid 1) aktivieren, bindet RTX länger und intensiver, was dazu führen kann, dass die Nerven ausgeschaltet werden. Während CPS in Cremes oder Pflastern gegen neuropathische Schmerzen genutzt wird, dient RTX als experimentelles „molekulares Skalpell“ in der Schmerztherapie – etwa bei Krebsschmerzen oder Osteoarthritis – indem es gezielt Nervenfasern ausschaltet. Die Anwendung erfordert eine strenge Kontrolle. Ökologisch gesehen schützen beide Substanzen Pflanzen vor Fraßfeinden, da sie Säugetiere und teilweise auch Insekten abschrecken. Allerdings werden die Samen von Vögeln aufgenommen und verbreitet.
Prof. Dr. Peter Bützer
3D-Stick und Ball Darstellung von Resiniferatoxin mit der räumlichen Beanspruchung
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