Rolf Kickuth

Was ich zu Utopie und Science-Fiction zu sagen habe

Ein Blick auf das Morgen – mit Gedanken von gestern

In der Erstausgabe der CLB im späten Frühjahr 1950 gab es einen Artikel über die Wasserstoffbombe. Das war damals Science-Fiction. Die erste Wasserstoffbombe wurde nämlich erst am 1. November 1952 gezündet (Abbildung 1). Damit ist ein Stichwort gefallen, das einen inhaltlichen Hinweis zu dieser und zu kommenden CLBs gibt: Science-Fiction. Die KI macht viele von uns platt – drastisch ausgedrückt. Standardfragen kann sie typischerweise besser beantworten als Menschen, und etliche Berufe werden in Zukunft nicht mehr existieren. Natürlich betrifft das auch die Medien. Man kann heute Google, ChatGPT et al. alles Mögliche fragen und bekommt fast immer eine gute Antwort. Klar gibt es Fehler, und man sollte ein Grundwissen haben, dass die Antworten auf Plausibilität prüfen lässt. Aber das trifft für menschliche Experten genauso zu. Daher werde ich mit dieser CLB beginnend ein Gebiet angehen, das die KIs noch nicht so gut beherrschen: Die Entwicklung der nächsten Jahre, Jahrzehnte versuchen zu skizzieren. Den Einstieg in die Zukunfts-Thematik bildet in dieser CLB eine Zusammenfassung meiner eigenen Anfänge der Rezeption von Utopien, von Science-Fiction, und meine spätere Erfahrung damit, und schließlich meine Erwartungen daran. Das hat einen einfachen Grund: Aus einer Historie lassen sich Zeiträume erschließen, um schließlich weit voraus zu blicken.

Pilzwolke des Ivy-Mike-Kernwaffentests – der ersten Wasserstoffbombe – am 1. November 1952. Die Explosion hatte die Stärke von 10,4 Megatonnen TNT. Als Ort des Tests war das Eniwetok-Atoll im Pazifik gewählt worden. Der Test selbst sollte auf Elugelab stattfinden, einer weniger als 1 Quadratkilometer großen Insel im Norden des Atolls. Nach der Zündung des Sprengsatzes liefen die Kernspaltungs- und Fusionsreaktionen innerhalb weniger hundert Nanosekunden ab. Der Feuerball der Explosion wuchs in wenigen Sekunden auf fast 5 Kilometer Durchmesser an (zum Vergleich: der Feuerball der Hiroshima-Bombe Little Boy hatte einen Durchmesser von 160 Metern). Im Feuerball bildeten sich unter anderem neue, bis dahin unentdeckte Elemente wie Einsteinium (Ordnungszahl 99) und Fermium (100). Die Insel Elugelab verschwand vollständig. Als die erste CLB im späten Frühjahr über Wasserstoffbomben berichtete, war das alles noch Science-Fiction (Foto: Public Domain).

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